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Nr. 21 (März 2003)

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Das Wichtigste im Überblick

BIOSKOP-Schwerpunkt

Das »Nationale Genomforschungsnetz«

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, haben Politik und Wissenschaftslobby die Strategien und Ziele der Genforschung in Deutschland neu ausgerichtet. Rund zehn Jahre hatte man sich darauf konzentriert, nach genetischen »Ursachen« für seltene Erkrankungen zu fahnden. Nun hat sich die Gemeinde der Gen-Gläubigen vorgenommen, genetische Erklärungen auch für so genannte »Volkskrankheiten« zu produzieren – was besonders die Biotechindustrie erfreut. Als Motor der neuen Strategie hat die rot-grüne Bundesregierung ein »Nationales Genomforschungsnetz« initiiert. Die beteiligten wissenschaftlichen Einrichtungen sind auf einen besonderen Rohstoff angewiesen: Blut- und Gewebeproben der Bevölkerung.

BIOSKOP berichtet über Verheißungen, Projekte und Ziele des »Nationalen Genomforschungsnetzes«. Und BIOSKOP benennt die einflussreichen VertreterInnen aus Wissenschaft und Industrie, die den Kurs der Genforschung in Deutschland bestimmen.


Euthanasie

Rechtsanspruch auf den Tod?

Hat ein Komapatient einen Rechtsanspruch darauf, dass ÄrztInnen und Pflegekräfte zielstrebig seinen Tod herbei führen? Und ist dazu eine richterliche Genehmigung erforderlich? Fragen, zu denen der Bundesgerichtshof noch in der ersten Jahreshälfte einen Beschluss fassen muss. Die »Sterbehilfe«-Lobby wartet gespannt drauf.

BIOSKOP beschreibt den konkreten Fall und die rechtspolitischen Hintergründe, mit denen sich der XII. Zivilsenat des BGH zu beschäftigen hat. Und BIOSKOP warnt vor Konsequenzen, die eine Grundsatzentscheidung pro Behandlungsabbruch bei nicht einwilligungsfähigen Menschen zeitigen würde.


Transplantationsmedizin

Der Staat als Organkäufer

Diverse Transplanteure und Bioethiker propagieren ein neues Mittel gegen den »Organmangel«: Sie fordern staatlich regulierte Körperteilmärkte! Als Vorbild gilt der Iran, der Nieren von seinen BürgerInnen kauft, Israel erwägt gerade eine ähnliche Regelung. Derweil ermitteln Staatsanwälte in Deutschland wegen des Verdachts auf illegalen Organhandel in mindestens vier Fällen. Sie prüfen, ob für Nieren, die im Essener Universitätsklinikum auf israelische Staatsbürger übertragen wurden, Geld an die osteuropäischen »Spender« und an einen israelischen Vermittler geflossen ist. Ein vierter Fall wird in Jena geprüft.

BIOSKOP informiert über die iranische Transplantationspolitik, die auch mancher deutsche Chirurg prima findet. Und BIOSKOP fragt angesichts der Ermittlungen in Essen: Was tun eigentlich die Gutachter-Kommissionen zur »Lebendorganspende«, die Geschäfte mit Nieren und Leberstücken doch verhindern sollen?


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