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Nr. 29 (März 2005)

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Das Wichtigste im Überblick

BIOSKOP-Schwerpunkt

Euthanasie und Sterbebegleitung

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat ihren Gesetzentwurf zur rechtlichen Anerkennung von Patientenverfügungen zurückgezogen. Nun wird ein Parteien übergreifender Kompromiss angestrebt, um tödliche Behandlungsabbrüche bei PatientInnen zu erlauben, die gar nicht im Sterben liegen. Wer sich gegen diese Entwicklung wehren will, sollte den an den Bundestag gerichteten Appell »Tasten Sie das Tötungsverbot nicht an!« unterstützen. Als menschenwürdige Alternativen gelten Hospize und Palliativmedizin. Wie sterbenskranke Menschen in Europa versorgt werden, haben Gießener WissenschaftlerInnen untersucht. Ergebnis: Eine Zukunft im Zeichen humaner Bedingungen für Sterbende ist keineswegs sicher.

BIOSKOP sieht keinen Grund zur Entwarnung nach dem Zypries-Rückzieher. Und BIOSKOP berichtet über die wichtigsten Ergebnisse der vergleichenden Studie zur Sterbebegleitung in Europa.


»Genetischer Fingerabdruck«

Kriminalistische Science Fiction?

Molekulargenetische Untersuchungen von Blut, Speichel, Hautschuppen oder Haaren gehören seit Jahren zum polizeilichen Ermittlungsarsenal. Was als reine Identifizierungstechnik zwecks Aufklärung schwerer Verbrechen begründet wurde, entwickelt sich schleichend zur Erfassung ganzer Bevölkerungsgruppen. In einigen Staaten versuchen KriminalistInnen bereits, aus Körpersubstanzen weit mehr heraus zu interpretieren als die Identität einer Person.

BIOSKOP nimmt die weltweit größte DNA-Datenbank in Großbritannien unter die Lupe. Und BIOSKOP informiert über die DNA-Analyse-Datei des Bundeskriminalamts, für deren drastische Ausweitung sich mehrere Bundesländer stark machen.


Handel mit Eizellen

Biomedizinischer Grenzverkehr

Eine britische Aufsichtsbehörde denkt über ein neues Geschäftsfeld nach: Sie erwägt, rumänische Frauen dafür zu bezahlen, dass sie sich Eizellen entnehmen und für künstliche Befruchtungen nach Großbritannien transferieren lassen. KritikerInnen warnen vor neuen Ausbeutungsformen – zu Recht. Doch die Handelszukunft, von einigen ersehnt, von anderen befürchtet, hat längst begonnen.

BIOSKOP beschreibt, wie Grenzen überschreitende Geschäfte mit Eizellen funktionieren. Und BIOSKOP bilanziert: Es sind MedizinerInnen und GesundheitspolitikerInnen, die jene Marktplätze schaffen, auf denen sich Frauen verdingen – ob zu behördlich festgelegten oder zu frei verhandelten Preisen.


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