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Nr. 38 (Juni 2007)

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Das Wichtigste im Überblick

BIOSKOP-Schwerpunkt

Ersatzteillager Mensch

Zehn Jahre wird das Transplantationsgesetz im Dezember in Kraft sein. Das erklärte Ziel, die Verfügbarkeit verpflanzbarer Nieren, Herzen, Leberstücke erheblich zu steigern, wurde jedoch weit verfehlt. So werden die Rufe der Lobby, die rechtlichen Rahmenbedingungen noch mehr zu lockern, immer lauter – die propagierten Vorschläge zielen im Ergebnis auf eine Bürgerpflicht zur »Organspende«. Derweil versucht die Staatsanwaltschaft in Essen, die Gepflogenheiten im dortigen Transplantationszentrum zu erhellen – Anlass ihrer strafrechtlichen Ermittlungen: Verdacht auf Erpressung von PatientInnen; auch Organhandel wird nicht ausgeschlossen.

BIOSKOP beobachtet die neuen und alten Essener Ermittlungen und beschreibt, was die Transplantationslobby den BürgerInnen künftig zumuten will. Und BIOSKOP kritisiert, dass Kinder künftig als Knochenmark-»SpenderInnen« instrumentalisiert werden sollen – mit Billigung des Deutschen Bundestages.


Arzneimitteltests

Klinische Studien als Geschäftsfeld

Weltweit, das besagen Schätzungen, gibt es jedes Jahr 50.000 klinische Studien. Über die Hälfte dieser Versuche mit Menschen laufen in den armen Staaten Afrikas und Asiens, zunehmend auch in Osteuropa. Organisiert werden die Medikamententests meist von privatwirtschaftlichen Dienstleisterfirmen (CRO) – im Auftrag großer Arzneimittelhersteller.

BIOSKOP beleuchtet die Praktiken dieses boomenden Geschäftsfeldes. Und BIOSKOP registriert eine bemerkenswerte Klage gegen den Marktführer.


Gesundheitsökonomie

Rezept gegen Preistreiberei?

Die Behandlung mit dem Anti-Darmkrebsmittel Avastin kostet pro Patient rund 40.000 Dollar im Jahr. In Großbritannien trägt die Krankenversicherung diese Therapie nicht, Avastin gilt dort als zu teuer. Der Grund: Das National Institute for Health and Clinical Excellence hatte Nutzen und Kosten gegeneinander abgewogen und das Verhältnis für zu ungünstig befunden. Ähnliche Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit von Medikamenten soll in Deutschland nun das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vornehmen. Angeblich nicht, um Rationierungen zu rechtfertigen. Sondern um Arzneimittelhersteller dazu zu bewegen, überzogene Preise für ihre Präparate zu unterlassen.

BIOSKOP hat recherchiert, nach welchen Kriterien einige europäische Staaten Kosten und Nutzen von Arzneien bewerten. Und BIOSKOP fragt, wie das IQWiG seine neue Prüfbefugnis ausführen will.


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