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Nr. 55 (September 2011)

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Die Themen im Überblick

BIOSKOP-Schwerpunkt

Gesundheitsökonomie

Eine Zauberformel im Gesundheitswesen heißt Integrierte Versorgung (IV). Sie soll die ambulante Betreuung stärken, Klinikeinweisungen vermeiden und PatientInnen besser durch den Dschungel der Leistungserbringer führen. Seit 2011 dürfen hier auch Pharmafirmen als Vertragspartner ganz offiziell dabei sein. Derweil müht sich die Bundesärztekammer (BÄK) nach Kräften, Politik und BürgerInnen eine Art Ranglisten-Medizin schmackhaft zu machen. »Wenn wir eine allumfassende Gesundheitsversorgung aufrecht erhalten wollen«, behauptet BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery, »ist eine Priorisierung unvermeidbar.«

BIOSKOP beleuchtet ein IV-Projekt in Niedersachsen, wo die AOK und eine Pharmakonzern-Tochterfirma kooperieren, um Menschen mit Schizophrenie besser zu versorgen. Und BIOSKOP erläutert, was die BÄK und ihre Berater unter »Priorisierung« verstehen.


Forschung am Menschen

Biobank LIFE – »einzigartig«

»Einzigartig« nennt die Universität Leipzig ihr Großforschungsprojekt LIFE, und das ist wohl nicht übertrieben: Bis 2013 will ein Netzwerk aus 120 Wissenschaftlern rund 30.000 Kinder und Erwachsene körperlich und genetisch untersucht und nach ihren Lebensstilen befragt haben; pro Proband sollen bis zu 1.000 Daten erhoben und elektronisch gespeichert werden. Wer mitmacht, spendet auch Körpersubstanzen – zwecks Einlagerung in die Leipziger Biobank, die künftig über eine Million Blut-, Urin- und Zellproben für die Erforschung »volkswirtschaftlich bedeutsamer Zivilsationskrankheiten« vorhalten soll.

BIOSKOP informiert über das Großforschungsprojekt und dessen Ziele. Und BIOSKOP staunt über fragwürdige Werbemethoden, mit denen sogar ganze Schulklassen zum Mitmachen motiviert werden sollen.


Stammzellen und Geschäfte

Zuviel versprochen

Die Leipziger Vita 34 AG betreibt die größte Nabelschnurblutbank hierzulande – und freut sich über steigende Umsätze. Im Juli kassierte das börsennotierte Unternehmen allerdings einen juristischen Dämpfer: Das Oberlandesgericht Dresden beanstandete mehrere Werbeaussagen, die Vita 34 nun nicht mehr wiederholen darf. Die zu verbietende Werbung hatte nach Einschätzung der Richter den falschen Eindruck erweckt, dass Zubereitungen aus Nabelschnurblut sich mit hoher Gewissheit dazu eignen würden, Krankheiten zu heilen oder zu lindern.

BIOSKOP fasst das Urteil der Dresdner Richter zusammen. Und BIOSKOP schildert, was die Bundesregierung zum Stand der von ihr massiv geförderten Stammzellforschung zu sagen hat – Überschrift unseres Berichts: »Ansätze für Therapien nicht in Sicht«.


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