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Nr. 56 (Dezember 2011)

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Die Themen im Überblick

> BIOSKOP-Schwerpunkt

Menschen als Ersatzteillager

Das Transplantationsgesetz soll 2012 reformiert werden. Lobbyisten und Politiker überlegen, wie mehr Menschen dazu gedrängt werden können, einen Organspendeausweis auszufüllen. Gleichzeitig ignorieren sie hartnäckig diverse Undurchschaubarkeiten und Missstände im Transplantationswesen, Beispiel Organverteilung: Kommissionen sollen prüfen, ob Nieren, Lebern, Lungen und Herzen für Transplantationen nach geltenden Regeln an Patienten auf der Warteliste werden. Das tun die Kontrolleure nur sporadisch, bei ihren Stichproben sind sie seit 2000 auf mindestens 114 »Vorgänge« zu fragwürdigen Organvermittlungen gestoßen. Viel mehr als diese Zahl erfährt die breite Öffentlichkeit aber nicht. Derweil stehen die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) und ihr Finanzgebaren endlich auf dem Prüfstand.

BIOSKOP informiert über gängige Möglichkeiten zur Manipulation beim Zuteilen menschlicher Körperteile. Und BIOSKOP staunt über die Selbstherrlichkeit der Bundesärztekammer, die ihre Richtlinien zu »Hirntod«, Organwartelisten und Organverteilung weiterhin nicht politisch legitimieren lassen will.


> Biobanken

Nationale Erfassung

Die Vorbereitungen liefen eher unauffällig und ungestört, 2012 wird es ernst: Ein gigantisch anmutendes Biomaterialbanken-Projekt soll dann starten, der Titel »Nationale Kohorte« erinnert an die Ausdrucksweise von Militärs. Medizinische Daten und Proben mit Körpersubstanzen von 200.000 Menschen sollen bundesweit gesammelt und mindestens 20 Jahre gespeichert werden – auf Vorrat für Forschungsprojekte, deren Ziele im einzelnen noch unbestimmt sind.

BIOSKOP schaut hinter die Kulissen des geplanten Großprojektes. Und BIOSKOP bekräftigt: »Biobanken? Nicht mit uns!«


> Forschung am Menschen

Fragwürdiges Experiment: Geburt im MRT

Im Dezember 2010 meldete das Berliner Universitätsklinikum Charité eine »Weltpremiere«, vollbracht in ihrer Radiologieabteilung: »Geburt im offenen Magnetresonanztomomographen (MRT)«. Zahlreiche Medien verbreiteten die Nachricht, offensichtlich mit Begeisterung. Doch es gibt auch Fachleute, die gegen das Experiment massiv protestiert haben. Bisher sind sie auf taube Ohren gestoßen, sowohl bei der Berliner Gesundheitsbehörde, als auch bei der zuständigen Staatsanwaltschaft. Die Politik schweigt noch.

BIOSKOP nimmt diese »Weltpremiere«, ihre Hintergründe und Bedenken von KritikerInnen unter die Lupe. Und BIOSKOP zitiert die Juristin Ulrike Riedel, die Expertin für Medizinrecht sagt: »Ich meine, dass hier auch der Frage nachzugehen ist, inwieweit es sich um eine fremdnützige Forschung an Nichteinwilligungsfähigen handelt.«


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