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Nr. 59 (September 2012)

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Die Themen im Überblick

> BIOSKOP-Schwerpunkt

Transplantationsmedizin

»Skandale« werden zum Glück immer mal wieder aufgedeckt. Dass Medien auch Strukturen in den Blick nehmen, die hinter einem spektakulären »Fall« stecken, passiert eher selten. Aber genau das ist zum Teil geschehen, seitdem die Süddeutsche Zeitung am 20. Juli Manipulationen von PatientInnendaten am Göttinger Transplantationszentrum publik machte. Andere hakten ebenfalls nach, und so kamen Stück für Stück auch Hintergründe nach vorn, die BioSkop seit Jahren fundiert, kontinuierlich, kritisch beleuchtet: Kontrolldefizite im Transplantationswesen, undurchschaubare Organverteilung, Interessen handelnder Akteure. Gehörig unter Druck, verspricht die Transplantationslobby im Verein mit dem Bundesgesundheitsminister nun Vieles, was sie bisher nicht für nötig hielt – vor allem: Transparenz und mehr Kontrollen.

BIOSKOP analysiert die Verheißungen und benennt Alternativen. Und BIOSKOP nimmt die jahrelang geheim gehaltenen, nun veröffentlichten Prüfberichte zur Organverteilung unter die Lupe – Ergebnis unserer Analyse: Die Prüfberichte sind spärlich – und nicht wirklich beruhigend.


> Über Biotechnologie, »digitale Medizin« und Leben 2.0

Totale Transparenz

Unsere Gesellschaft wird von einem obszönen Zwang zur Sichtbarmachung und Selbstdarstellung beherrscht. In »sozialen« Netzwerken wie Facebook, Google+ und Twitter geben Menschen mittlerweile bereitwillig Vieles über sich preis, was bis vor Kurzem noch als absolut privat und intim gegolten hätte. Dem entspricht die Anstrengung der Biowissenschaften, die – hypothetische – Substanz des Lebens, das Genom bzw. die DNA, sichtbar und transparent zu machen.

BIOSKOP druckt einen Essay des Kulturwissenschaftlers Markus Jansen – er schreibt: »Die sozialen Praktiken der Transparenzgesellschaft spielen den Mechanismen der Überwachungsgesellschaft voll in die Hände.«


> Pharmamarketing

Nebeneinkünfte online?

Die führenden Pharmaunternehmen in Europa verheißen mehr Transparenz: Möglichst ab 2015 wollen sie regelmäßig offenlegen, welche MedizinerInnen und ForscherInnen finanzielle Zuwendungen von ihnen bekommen haben. Die freiwillige Selbstverpflichtung soll im »Dialog mit der Ärzteschaft« entwickelt werden.

BIOSKOP berichtet, was von den Ankündigungen der Arzneihersteller zu halten ist. Und BIOSKOP schaut in die USA, wo der »Physician Payment Sunshine Act« gesetzlich vorschreibt, was die Öffentlichkeit über Einnahmen pharmaindustriefreundlicher MedizinerInnen erfahren darf.


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