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Nr. 62 (Juni 2013)

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Die Themen im Überblick

> BIOSKOP-Schwerpunkt

Hilfen zum Sterben?

Die jahrelangen Diskussionen über die Legalisierung von Patientenverfügungen mündeten in ein Gesetz. Seit September 2009 ist hierzulande der schriftlich erklärte Vorabverzicht auf medizinische Behandlungen unter bestimmten Bedingungen rechtsverbindlich. Der nächste Schritt zur Ausweitung so genannter »Sterbehilfe« könnte die ausdrückliche politische Billigung ärztlicher Beihilfen zur Selbsttötung werden. Bislang sind derartige Dienstleistungen in keinem deutschen Gesetz untersagt, und das wird vorerst auch so bleiben, weil sich im Bundestag keine Mehrheit für ein umfassendes Verbot organisierter Suizidhilfe gefunden hat. BefürworterInnen von Euthanasie und Teile der deutschen Politik lassen sich gern durch Entwicklungen in bestimmten Nachbarländern inspirieren. Von daher empfiehlt es sich, im Blick zu behalten, was sich jenseits der deutschen Grenze tut.

BIOSKOP berichtet, welche Ausweitungen von »Sterbehilfe« in europäischen Nachbarländern derzeit geplant sind. Und BIOSKOP zitiert einen leitenden Mitarbeiter der Techniker Krankenkasse, der – angesichts des wachsenden Einflusses von Behandlungsverzichtserklärungen im Krankenhaus – feststellt: »Jeder sollte sich über die Konsequenzen einer Patientenverfügung im Klaren sein.«


> Vorgeburtliche Diagnostik

Verunsichernde Angebote

Der 2012 eingeführte, molekulargenetische »PraenaTest« der Firma LifeCodexx hat heftige öffentliche Debatten ausgelöst. Eher unauffällig, nämlich in Fachkreisen, preisen weitere Testanbieter noch mehr Verfahren an, die genetische Normabweichungen beim Ungeborenen frühzeitig erkennen sollen. Derweil hat der Deutsche Ethikrat eine Stellungnahme zur »Zukunft der genetischen Diagnostik« veröffentlicht, die auch diverse Empfehlungen zur Pränataldiagnostik enthält. Die ExpertInnen sind sich keineswegs einig.

BIOSKOP gibt hintergründige Einblicke in die Test-Szene und ihre Expansionspläne. Und BIOSKOP verweist auf eine Stellungnahme der Selbsthilfeorganisation Turner-Syndrom-Vereinigung Deutschland, die fordert, den Vertrieb eines neuen Diagnoseverfahrens namens »Panorama-Test« zu stoppen.


> Reproduktionsmedizin

Embryos auf Bestellung

Eizellspenden und Leihmutterschaft sind gemäß Embryonenschutzgesetz untersagt. Abseits der deutschen Rechtslage hat sich eine Praxis entwickelt, die Fachleute »reproduktives Reisen« nennen. Ungewollt kinderlose Paare lassen sich in einigen Staaten Europas oder in den USA behandeln, wo Befruchtungen mit fremden Eizellen erlaubt sind. Mit einer speziellen Geschäftsidee wirbt das Davis Fertility Center in Kalifornien: Aus Eizellen von Spenderinnen und Sperma von Spendern werden Embryos hergestellt, um Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch zum Nachwuchs zu verhelfen. Produziert wird nach Bedarf und Wünschen der Kundschaft.

BIOSKOP nimmt das California Conceptions Program unter die Lupe. Und BIOSKOP hat die Bochumer Medizinethikerin Sigrid Graumann um eine Einschätzung gebeten.


> Weitere Themen
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