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Bild: Werner Rätz

Werner Rätz

Aktivist, Mitbegründer von Attac Deutschland, freiberuflicher Referent, Bonn

»Auch Teile der politischen Linke setzen ihre Zukunftshoffnung auf technologische Versprechen. Forschung und medizinische Praktiken sind erstaunlich wenig politisiert. Dagegen fragt BioSkop, ob die technologisch vermittelten Antworten die zugrunde liegenden Bedürfnisse tatsächlich befriedigen. Deshalb lese ich BIOSKOP

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Bild: Jürgen Lodemann

Jürgen Lodemann

Schriftsteller, Filmemacher, Moderator, Freiburg

»Wozu BIOSKOP? Weil in der Masse der mehr und mehr käuflichen Medien hier eine der letzten einsamen Inseln für NICHT gekaufte Meinungen und Infos sorgt.«

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 Nr. 91 (September 2020)

Die Themen im Überblick

>>> BIOSKOP Schwerpunkt

Begehrte Daten und Bioproben

Gesundheitsdaten und molekulargenetisch auswertbare Bioproben wie Blut, Urin und Gewebe gelten als wertvolle Ressource für die Forschung; ihre Sammlung auf Vorrat wird zunehmend zudringlich gefordert und politisch gefördert. Die Bundesregierung unterstützt mit Steuergeldern die Zusammenführung und Analyse von Behandlungsdaten und Körpersubstanzen, auch im Rahmen des sogenannten »Kampf gegen Covid-19«. Universitäre Biomaterialbanken intensivieren und popularisieren ihre Werbung pro »Spende« von Körpersubstanzen und Daten. Ausgewählte Wissenschaftler, beauftragt vom Bundesgesundheitsministerium, beschreiben in einem Gutachten, wie Daten und Proben genutzt werden könnten, ohne dass zuvor eine informierte Einwilligung der Betroffenen eingeholt und dokumentiert werden müsse. Geplant ist auch, im Rahmen des Projekts »genomDE« hierzulande eine zentrale Genomdatenbank zu etablieren und genomische Datensätze für Forschungszwecke international verfügbar und verknüpfbar zu machen.

BIOSKOP gibt Einblicke in die aktuellen, brisanten Entwicklungen. Und BIOSKOP meint: Es muss laufend transparent gemacht werden, wer von der Nutzung der gesammelten Daten und Proben tatsächlich wie profitiert – gesundheitlich, strukturell, ökonomisch.


>>> Gesundheitspolitik

Corona-Management unter der Lupe

Die Botschaft der Bundeskanzlerin, kommuniziert am 28. August, sollte die BürgerInnen auf schwierige Monate, vielleicht auch Jahre einstimmen. »Es wird nicht so wie früher werden, solange wir keinen Impfstoff und kein Medikament haben«, sagte Angela Merkel; das Coronavirus sei eine »demokratische Zumutung«. Ob und welche politischen Maßnahmen und Einschränkungen angemessen, sinnvoll und verantwortbar sind, wird zunehmend hinterfragt – auch von WissenschaftlerInnen.

BIOSKOP berichtet über eine kritische Stellungnahme des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Und BIOSKOP hat die Pflegewissenschaftlerin Gabriele Meyer interviewt und auch gefragt, was man beim Umgang mit dem Coronavirus in Altenheimen besser machen kann.


>>> Biopolitik

Selbstoptimierung und Selbsttötung

Im 17. Jahrhundert begründete der französische Mathematiker und Philosoph René Descartes ein neuartiges Natur- und Körperverständnis. Es ist bis heute wirksam – auch in biopolitischen Debatten, von der körperlichen Selbstoptimierung bis zur Selbsttötung.

BIOSKOP denkt über wissenschaftlich inspirierte Ideen der Gestaltbarkeit und Kontrolle des Körpers nach. Und BIOSKOP überlegt, was in diesem Zusammenhang eigentlich »Selbstbestimmung« praktisch bedeutet.


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